Ergebnisse Leitartikel Juli 22nd, 2019

VSFighting 2019: Versammlung der Champions

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Die Dragon Ball FighterZ World Tour 2019 begann an den sonnigen Stränden von Daytona, Florida auf der CEO. Sieger war am Ende der Gaming-Pro Goichi “GO1” Kishida – aber das war noch lange nicht das Ende seiner Herrschaft: Beinahe einen Monat später räumte beim Tenkaichi Event auf der VSFighting auf.

Wawa das „Wonder Kid“

VSFighting IX fand in Birmingham, England, statt und hatte eine Reihe großer Prügelspiel-Titel und hochdekorierte Champions des Genres im Gepäck. Und nicht wenige waren gekommen, um in Dragon Ball FighterZ Fäuste und Ki-Explosionen fliegen zu lassen. Das Event ist das prestige-trächtigste Prügelspiel-Turnier Europas, also ist es kein Wunder, dass am Wochenende des 20. Juli einiges los war und große Namen der Szene wie der Amerikaner „HookGangGod,“ der japanische Profi „Maddo“ und selbst der letztjährige Champion der DBFZ World Tour Ryota „Kazunoko“ Inoue anreisten.

Tatsächlich nahmen an diesem Turnier die unbestreitbar besten Spieler Europas teil, unter ihnen der Spanier „Shanks“ und „Kayne“ aus Frankreich – und ein weiterer französischer Prügelspiel-Star, der in diesem Jahr bereits für Aufsehen gesorgt hatte und schon seit seiner Kindheit in der Szene aktiv ist.

„Wawa“ ist ein relativ junger Prügelspiel-Star, der sich bereits im zarten Alter von zehn Jahren auf dem The King of Fighters XIII einen Namen machte. Das Wunderkind versetzte 2013 auf dem World Game Cup in Cannes die Prügelspiel-Community in Erstaunen, als er in einem erbitterten Grand Final zwischen Marokko und Frankreich sein Team zum Sieg führte.

Das war die Überraschung der Saison!

Dies war nur der Anfang von Wawas Karriere – mit seiner unerreichten Beherrschung von Son-Goku machte er der Konkurrenz in DragonBall FighterZ Feuer unterm Hintern. Noch vor Beginn der Saison 2019 siegte Wawa im April auf dem The Mixup in Lyon und holte sich auch auf dem Stunfest im Mai den ersten Platz – zwei wichtige Siege, durch die viele Spieler ihn für die kommende Tour als Gefahr einstuften.

Nach all diesen Turniersiegen war es nicht überraschend, das Wawa auf dem zweiten Tenkaichi-Event auf der World Tour 2019 eine Spur der Verwüstung hinterließ und am Ende des Turniers reichlich Punkte einsackte. 200 insgesamt gab es, und weder Wawa noch die anderen Spitzenspieler aus der EU wollten sich diese Chance entgehen lassen, was zu mehr als nur ein paar spannenden Momenten führte.

Tatsächlich schickte Wawa sogar Kazunoko zu den Verlieren, nachdem er in der Top-16-Phase einen spannenden Sieg erspielte, indem er einen geschickten Overhead-Mixup anbrachte – eine der größten Überraschungen des Turniers. Damit landete der World Tour-Champion des letzten Jahres im unteren Feld und durch Wawas überzeugenden 2-0-Sieg sah es wirklich so aus, als hätte der ehemalige Champ seinen Biss verloren. Aber neben Wawa gab es noch andere Europäer, die Blut gewittert hatten.

Die stärksten Spieler Europas zeigen Zähne

Der britische Prügelspiel-Profi „OBAssassin“ lieferte sich in den Top 16 mit dem Franzosen „Kasuga“ ein enorm spannendes Duell über mehrere Spiele, bei dem kein Zuschauer still sitzen bleiben konnte. Nachdem OBAssassin das erste Spiel souverän gewann und dabei nur einen Charakter verlor, lief das zweite weniger glatt und der Brite stand mit nur noch einem Charakter Kasugas eigenem letzten Helden gegenüber – und der des Franzosen hatte wesentlich mehr Gesundheit. Es sah nicht gut aus für OBAssassin; es würde wohl ein drittes Spiel geben. So dachten viele, aber der britische Assassine schaffte es, das Ruder mit einem geschickten Rückwärtssprint herumzureißen, auch wenn er seine anfängliche Kombo nicht vollenden konnte.

Damit hatte sich OBAssassin donnernden Applaus verdient, aber er sollte nicht lange an der Spitze bleiben. Nach dem Sieg über Kasuga wartete der Spanier Shanks auf den Briten, und er sollte seinem Gegner zeigen, was Schmerzen waren. Zuvor hatte OBAssassin Kasuga 2-0 auf die Bretter geschickt, nun zeigte der „Padre“, dass man Spanien nicht unterschätzen sollte. Auch Assassins tödlicher Goku Schwarz rettete den Briten nicht davor, von Shanks mit 2-0 besiegt zu werden – der Spanier verlor nicht einen Kämpfer in den beiden Spielen.

Wawas Randale in Birmingham

Nach diesen Kämpfen standen drei europäische Spieler in den Top 8 – Shanks und Kanye im unteren Bracket und Wawa auf der Siegerseite, auf dem besten Weg zu einem Kampf gegen den Zweitplatzierten der CEO und der World Tour 2019, Fenritti. Die Zuschauer jubelten dem jungen Franzosen zu, als er sich seinem Gegner furchtlos stellte und das erste Spiel gewann, ohne einen einzigen Charakter zu verlieren. Obwohl Fenritti sich in Spiel 2 einen knappen Sieg sicherte, ließ sich Wawa nicht beirren und zerlegte Fenrittis Cell im dritten Spiel mit einer ebenso atemberaubenden wie brutalen Kombo.

Damit war für den jungen Profi der Weg zum Siegerfinale gegen GO1 frei, den ersten Champion der Saison 2019. Für Wawa ging es um alles – und trotz seines bisher überzeugenden Turnierspiels auf der Siegerseite konnte er sich diesmal nicht behaupten und wurde von GO1 souverän zu den Verlierern verbannt.

Ein spannendes CEO-Comeback

Damit war GO1 im Finale – man fühlte sich an die CEO 2019 erinnert, wo er sich genau wie hier als Gewinner des Siegerfinales im Finale wiederfand. Es bedeutete aber auch, dass Wawa noch eine Chance hatte, sich den Sieg zu erkämpfen, wenn er das Verliererfinale gewann. Dort wartete bereits Fenritti, nachdem dieser den Amerikaner HookGangGod besiegt hatte.

Damit war die Gelegenheit für eine gnadenlose Revanche für das Spiel im Sieger-Halbfinale gekommen, und Fenritti hielt sich gegen den jungen Franzosen nicht zurück. Wawa ließ die Fäuste fliegen und punktete in den ersten beiden Spielen, aber Fenritti gab nicht kampflos auf und zog mit dem Franzosen gleich – im letzten Spiel war damit alles offen, und … Fenritti gewann.

Fenritti war damit im Finale und trat, genau wie einen Monat zuvor im CEO, gegen seinen Erzrivalen GO1 an. Die Fans waren gespannt, wer diesen Rückkampf gewinnen würde. Fenritti schaffte es zwar, mit einem überzeugenden 3-0 die Chancen auszugleichen und das Bracket zurückzusetzen, aber damit war GO1 nicht besiegt – tatsächlich schaffte er es, seinen Rivalen Fenritti seinerseits mit einem brutalen 3-0 aus dem Finale zu fegen. GO1 hatte sich unfassbar geschickt an seinen Gegner angepasst und konnte sich so nach dem CEO einen weiteren hochkarätigen Turniersieg sichern. Das dürfte ihn für viele DBFZ-Spieler zum Turniergegner Nummer Eins machen.

GO1, Fenritti oder Kazunoko – wer ist der ultimative DBFZ-Krieger?

2018 wischte der DBFZ-Star Kazunoko mit der Konkurrenz den Boden auf und sicherte sich vier von sieben Dragonballs, bevor er sich im Januar den World Tour-Titel sicherte. Nun befindet sich GO1 auf einer ähnlichen Siegesserie, und nach seiner erfolgreichen Saison im letzten Jahr sieht es fast so aus, als würde er Kazunokos erfolgreichen Lauf wiederholen – wäre da nicht Kazunoko selbst, der weiterhin ganz oben mitspielt. Aber eins ist sicher: Wawa hat sich im zweiten Event der Saison herausragend geschlagen und damit bewiesen, dass Europa (und junge Spieler allgemein) einige der mächtigsten Super-Saiyajin-Krieger weltweit bereithält.